3. Int. MTB-Marathon Winterberg 2005
07. Mai 2005
|
Veranstaltungsart |
MTB-Marathon |
|
Distanz |
94 km |
|
Startzeit |
12:00 Uhr |
|
Wetter |
Regnersich, kalt |
|
Temperatur |
3 °C |
|
Startnummer |
99 |
|
Platzierung [AK] |
10. |
|
Platzierung [ges] |
28. |
|
Teilnehmer [ges] |
150 |
|
Zeit |
4:29:14
|
Rennbericht von Klaus Roth
Nachdem der 3. Int. MTB Marathon in Winterberg von Sonntag auf Samstag verlegt wurde und die Startzeit mit 12.00 Uhr recht spät war konnten wir den Tag ruhig angehen. Die knapp 160 km ins Sauerland waren gut zu fahren und wir beobachteten gespannt das Thermometer dessen Werte bedrohlich fielen. Die Spannung nahm dann der Regionalsender, der uns 3°C und Schneeschauer für den Verlauf des Tages voraussagte. Da die bekannte Marathon-Strecke zu einem Großteil aus Schotter- und Waldwegen bestand, machte ich mir weiter keine Sorgen.
Wir kamen rechtzeitig in Winterberg an und stellten erstaunt fest, dass der Startpunkt zum Touristikzentrum verlegt wurde.
Permanent regnete es, nicht stark aber es war kein Ende in Sicht. Pünktlich um 12.00 Uhr gingen wir auf die Strecke, zuerst 2 km Asphalt den Berg hinauf, dann flacher aber weiter stetig bergauf. Der Belag wechselte von Asphalt auf Schotter und nach wenigen Kilometern sahen wir bereits aus wie die Schweine. Mittlerweile war die Temperatur zu ertragen, die Muskeln etwas wärmer. Das Feld der gemeldeten 150 Starter zog sich rasch auseinander, zusammen mit einem anderen Fahrer versuchten wir verzweifelt zum vorausfahrenden Pulk aufzuschließen. Dazu mussten wir auf einem langen Bergabstück richtig in die Pedale hämmern. Etwa in der Hälfte wartete eine Spitzkehre auf uns und zum ersten Mal machte ich Bekanntschaft mit meiner Scheibenbremse die anscheinend mit Nässe und Kälte auch schwer zu kämpfen hatte und mich geradeaus schickte. Das war auch das letzte Mal für die nächsten 4 Stunden in dem ich auch nur ein bisschen aufsteigende Wärme verspürte.
Ein wenig Asphalt wechselte sich ab mit vielen Waldwegen und teils sehr schlammigen Passagen. Der Wind, die Kälte und die Nässe schlichen heimlich in den Körper und zogen nach und nach die Kraft aus den Muskel, ein schwacher Trost, dass jeder damit klarkommen musste.
Ich passierte die erste Verpflegung bei km 27 und raste weiter. In dem kleinen Haufen mit 5 Personen kam ich gut klar, bis ich nach einem sehr langen Aufstieg (300 HM) die Führungsarbeit abgeben wollte und ich sehr unsanft angemacht wurde. Die Strafe folgte einige Meter weiter und die Schaltung des Gegners streikte mit einem lauten Knall. Mit einiger Wut im Bauch forcierte ich weiter das Tempo und distanzierte mich von der Gruppe und kämpfte alleine weiter. Am Ende der ersten Runde wartete der Katzenbuckel mit weiteren 220 HM auf einem kraftraubenden Trail. Die erste Runde war geschafft !

Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon stark unterkühlt, die Muskel haben sich an keinem Berg aufwärmen können. Die 2. Runde war eine Qual, diese Kälte und Nässe. Kurz nach der Verpflegung wurde es dann freundlicher und heller und die Stimmung ging etwas nach oben. Das sollte nicht lange halten, denn auf den letzten 25% des Rennens regnete es und schneite es unaufhörlich.
Ich hörte mich irgendwelche Schimpfwörter rufen, ehe mich ein Kollege den letzten Anstieg hinauftrieb.
Im Ziel konnte ich meine Hände kaum öffnen, sie waren formschlüssig um den Lenker gebogen, der Kiefer verweigerte mir das Sprechen.
Unaufhörlich schüttete es weiter wie aus Kübeln, es gab keine Verpflegung, keinen warmen Tee, nichts…
Ich spritzte mein Rad noch ab und rannte (soweit es ging) ein paar hundert Meter durch den strömenden Regen zur Dusche.
Eine der 6 Duschen spendierte etwas warmes Wasser, der Rest war kalt !!!
Sehr enttäuscht von den gebotenen Leistungen traten wir wenig später die Heimreise an.
An diesem Tag sind nur 56 Fahrer ins Ziel gekommen, Defekte, Unfälle und oftmals Kapitulation. In der Gesamtwertung konnte ich den 28 ergattern was in der Altersklassenwertung mit einer Fahrzeit von knapp unter 4,5 h Platz 10 bedeutete.