17. Extrem-MTB-Rennen
1000m unter der Erde
Bergwerk Sondershausen (Thüringen)

Veranstaltungsort Kalibergwerk Sondershausen (Thüringen)
Distanz 22 Kilometer (4 Runden)
Startzeit 10.30 Uhr
Wetter spielt da unten keine Rolle
Temperatur ca. 26 Grad
Teilnehmer Elke Roth, Klaus Roth, Michael Roth, Andreas Dreher, Stefan Baumann, Andreas Kuhn,
Jochen Klein, Thomas Schlachter, Thorsten Link
Begleiter Agnes Kunkel, Sabine Flicker, Jessica Borchert, Birgit Hahn, Sina Szabo, Tina Klein, Stefanie Baumann, Tom Roth
Erlebnisbericht von Michael Roth:
Die "dumme Idee" von 2004 fand eine Fortsetzung!
Ich hatte mit dem Bergwerk noch eine Rechnung offen. Nachdem ich das Rennen 04 nach einem Plattfuß in der letzten Runde nur zu Fuß beendete, sollte mir in diesem Jahr mehr gelingen. Doch meine Geschichte ist schnell erzählt. 7 weitere "Verrückte" MTBler konnte ich für das nicht alltägliche Rennen gewinnen. So fuhren wir mit insgesamt 17 Personen nach Thüringen. Nach einem gemeinsamen Abendessen gingen wir zeitig in Bett, da wir bereits um 06 Uhr zum Frühstück mussten. Auf dem Parkplatz des Bergwerks trafen wir die letzten Vorbereitungen und schüttelten so etwas unsere Nervosität ab. Wir drehten ein paar Runden, ölten die Kette, prüften die Luft und machten "dumme Sprüche". Plötzlich funktionierte mein Freilauf nicht mehr. Mein Start war gefährdet. Sollte ich das Bergwerk wieder nicht bezwingen? Mit Hilfe von anderen Bikern zerlegten wir mein Bike und versuchten zu retten was zu retten war. Doch es gab nichts mehr zu reparieren. Meine Enttäuschung war riesig, ich entschloss mich ohne Freilauf zu fahren. Den Rest sollen die Bilder erzählen.................
Erlebnisbericht von Klaus Roth unterhalb der Bilder!
(oben) Die Vorbereitungen vor dem Bergwerk laufen auf Hochtouren!!!
(oben) In wenigen Minuten raste der Aufzug in 700 Meter Tiefe. Nichts für Menschen mit Platzangst!
(oben) Gesichter vor dem Start
(oben und unten) Der Start!

(oben und unten) "Die Helden mit ihren fliegenden Kisten"
(oben) Alle ko aber gesund und glücklich im Ziel!!!

Acht zufriedene Backdrifter und einer der wieder kommen muss!

Platz 1 für Elke Roth bei den Damen

Platz 3 in der Gesamtwertung für Klaus Roth
(oben) Die Siegerehrung
Elke Roth P1 Damen, Klaus Roth P3 (AK3), Tom Schlachter P10 (AK6), Andreas Kuhn P23 (AK11),
Stefan Baumann P28 (AK12), Jochen Klein P31 (AK14), Thorsten Link P34 (AK16), Andreas Dreher P36 (AK19),
Michael Roth (Ausfall Rd. 2)
(oben) allerlei
Und feiern können die "Backdrifter"............................

Rennbericht von Klaus Roth
17. Extreme Mountainbike Rennen Untertage Thüringen 2005
Mountainbike
05. November 2005
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Veranstaltungsart |
Cross Country |
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Distanz |
4 x 5,5 km / a’ 110 HM |
|
Startzeit |
10:30 Uhr |
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Wetter |
Trocken |
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Temperatur |
26 °C |
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Startnummer |
29 |
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Platzierung [ges] |
3. |
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Teilnehmer [ges] |
60 |
|
Zeit |
01:00:56 |
Kurzbeschreibung
Für meinen Bruder Michael und mich war es bereits die 2. Reise zum Mittelpunkt der Erde. Mit dem Lastenschacht in knapp 1.000m Tiefe. Unwirkliche Landschaften untertage in einem kleinen Tunnelgewirr des ehemals 350 km fassenden Tunnelsystems. Verglichen mit früheren Zeiten werden hier nur noch wenige Tonnen des Kalisalzes abgebaut, das im Winter gefrorene Strassen für den Verkehr sicherer macht.
Warum nicht ein Mountainbikerennen in den spärlich beleuchteten Röhren ?
Genau das gleiche dachten sich auch die anderen Fahrer, die mit angereist waren. Insgesamt 60 Fahrer, mehr sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen.
Unter den Startern 8 Backdrifter mit einer Frau.
Ungeduldig und etwas nervös saßen wir am Vorabend noch zusammen, gaben uns Tipps zu Ausrüstung und Beleuchtung.
Für viele war es eine unruhige Nacht, die am frühen Samstagmorgen endete. Im Konvoi fuhren wir die gut 20 km zum Ort des Geschehens, zum Erlebnisbergwerk im thüringischen Sondershausen. Erst als die vielen Helfer in der Tiefe waren, wurden auch die Biker mit ihren Maschinen hinab gelassen. Michael kam nicht weit, kurz vor dem Aufzug blockierte sein Freilauf, was für ihn das Aus bedeutete. Zwar wurde mit der freundlichen Hilfe des späteren Siegers das Hinterrad noch mal in Windeseile zerlegt, doch alle Mühen waren vergeblich.
Mit etwas gedrückter Stimmung ging es dann in die Tiefe, neugierig begutachteten wir die fremde Umgebung und gewöhnten uns an die 26 °C bei etwa 20% Luftfeuchtigkeit. Nachdem alle Fahrer im Schacht angelangt waren ging es gut 3 km durch die Gänge bis zum Start. Die knackigen Anstiege, die es hier schon zu bewältigen galt, machten allen Fahrern schon mal die schwierigen Bedingungen bewusst: schlechte Sicht, rutschige und ständig wechselnde Fahrbahn, schlechte und sehr trockene Luft und durchdrehende Räder am Anstieg.
Nachdem der Tross im Start/Zielbereich angelangt war hatten die Betreuer und die Fahrer noch mal die Möglichkeit sich auf Jeeps die Strecke zeigen zu lassen. Durch den rasanten Fahrstil der Fahrzeuge in den engen Gänge und Kurven wurde es uns schon etwas mulmig zumute.
Nach einer endlosen Runde im Jeep ging es nach einer kurzen Ansprache zur Startaufstellung. Aus Sicherheitsgründen wurde im 10 Sekunden-Abstand gestartet. Mit 60 km/h ging es auf den ersten 1.000m zum tiefsten Punkt der Strecke. Hier wurde bereits Adrenalin ausgeschüttet das bis in die Nacht ausgereicht hätte. Die Radlampen leuchteten die Strecke aus, denn das spärliche Licht der installierten Neonlampen reichte nicht aus. Die übrige Runde war endlos, pausenlos ging es den Berg hinauf, kein Fahrtwind, der bei den Temperaturen die Körper kühlt. In Reichweite immer das Rücklicht des Vordermanns, der hämmernde Puls in den Ohren und das leise knirschen des Salzes unter den Stollen der Reifen. Das Rennen lief gut und ich kam mit meinem Rad sehr gut zurecht. Fast 30 Starter sind vor mir gestartet, so hatte ich immer einen Anhaltspunkt vor mir.

Meine Mirage Evo leuchtete mir zuverlässig den Weg und nur in engen Kurven konnte ich nicht direkt den Boden erkennen.
Kurz vor Start/Ziel dann nochmal eine kleine Schikane und dann geht es unter dem Beifall vorbei an den Zuschauern. Mit Schwung in die 120° an Start/Ziel und wieder mit Highspeed in die Röhre.
Alles lief, gut abgesehen von Michael, der trotz defekten Freilaufs am Rennen teilnahm und nach 2 Runden endgültig aufgab.
Kurz vor Ende sehe ich dann noch meine Schwester, die einige der harten Jungs hinter sich lassen konnte und einen tollen Sieg bei den Damen erreichte.
Im Zielbereich dann das warten auf die anderen Teammitglieder, Thomas Schlachter mit einem guten 10. Gesamtplatz, Andreas Kuhn, Andreas Dreher, Thorsten Link, Jochen Klein und Stefan Baumann.
Ich war sehr glücklich über das Gesamtergebnis und den erreichten 3. Platz in der Gesamtwertung.
Am Abend feierten wir noch den Erfolg in einem thüringischen Brauhaus ehe am Sonntag der traditionelle Marsch auf die Wartburg auf dem Programm stand.
Dieser Bericht sollte in den Wertheimer Zeitungen erscheinen.
Leider machte man aus diesem Event und den tollen Ergebnissen nur eine kleine Randnotiz!
9 Wertheimer „Backdrifter“ 1000 Meter unter der Erde erfolgreich
Platz 3 für Klaus Roth, Elke Roth mit Gesamtsieg bei den Damen
8 Biker und eine Bikerin aus Wertheim traten am 05.11.2005 die Reise Richtung Erdmittelpunkt an. Im nordthüringischen Sondershausen begaben sich insgesamt 60 wagemutige Extremradler, mehr sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen, auf die spektakuläre Strecke im Kalibergwerk.
Das zum 17. Mal ausgetragene Rennen war mit vielen Schwierigkeiten gespickt. Eine geringe und völlig unnatürliche Luftfeuchtigkeit (das Kalisalz entzieht der Luft fast jegliche Feuchtigkeit), Temperaturen um 25 Grad, fast völlige Dunkelheit und bizarre Landschaften machten das Rennen für viele Biker zur Tortur.
Bei dem „Höllenritt“
mussten 4 Runden a` 5,5 Kilometer zurückgelegt werden, was nur einen Bruchteil
von den mehrere hundert Kilometer umfassenden Bergwerkstunnel bedeutet. Bereits
der Start flößte vielen Sportlern großen Respekt ein. Die Runde begann mit einer
rasanten Abfahrt in ein ca. 3 Meter breites und 800 Meter langes „schwarzes
Loch“! Bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h auf losem, teilweise eisähnlichem
Untergrund mussten die Teilnehmer die Pobacken kräftig zusammen kneifen! Der 1,4
Kilometer lange Anstieg mit einer Steigung von 20% musste ebenfalls 4x bezwungen
werden. Das Fahren im Wiegeschritt oder im Stehen ist bei dem glatten Boden
nicht möglich, nur mit vollem Körpergewicht auf dem Hinterrad können die
Fahrerinnen- und Fahrer ein durchdrehen des Rades verhindern.
Während die Brüder Klaus und Michael Roth bereits 2004 am
„Extrem-Mountainbike-Rennen teilnahmen war das Rennen für alle anderen Neuland.
Im 10 Sekunden Abstand wurden die Biker/innen auf die Berg- und Talfahrt geschickt. Mit Startnummer 26 startete der erster „Backdrifter“ ins Rennen, darauf folgten bis Startnummer 34 die weiteren Wertheimer.
Klaus Roth und Thomas Schlachter ließen erst keine gar keine Zweifel über ihre Ambitionen auf die vorderen Plätze aufkommen und holten bereits in der ersten Runde einen großen Teil der Rennfahrer/innen ein. Mit Pulswerten um die 200 rasten die Zweiradartisten durch die winkligen, glatten Bergwerkstunnel. Nur im Zielbereich waren einige Zuschauer und Begleiter an der Strecke um die vorbeirasende Meute anzufeuern. Auf der restlichen Strecke herrschte völlige Stille, nur das laute Atmen der Konkurrenten und das hämmern des Pulses konnte von den Bikern vernommen werden. Keine Motivation an den Anstiegen, kein Applaus bei den gefährlichen Abfahrten nur Adrenalin befeuerte die unter Volllast laufenden Körper.
Die Wertheimer MTB-Gang schlug sich hervorragend. Denn die Leistungsdichte beim „Profirennen“ im Bergwerk wird immer dichter und echte Hobbyradler findet man nur noch selten bei solchen Events.
So lag Klaus Roth zwar mit 1:00,53h knapp über einer Stunde, hätte mit dieser Zeit aber beim letzten „Untertagerennen“ den Gesamtsieg geholt. Mit einem tollen 3. Platz freute er sich aber dennoch über einen Platz auf dem Treppchen, einen schönen Pokal und eine große Pulle Sekt! Große Freude kam bei Elke Roth auf als sie erkannte wie viele Männer sie am Ende hinter sich gelassen hatte. Zur Überraschung aller fuhr sie bei ihrem 2. MTB-Rennen den 2. Gesamtsieg bei den Frauen ein. Die tolle Teamleistung der „Backdrifter“ kann man am Gesamtergebnis der Teilnehmer ablesen: Klaus Roth Gesamt 3., Thomas Schlachter Gesamt 10. (AK 6), Andreas Kuhn Gesamt 23. (AK 11), Stefan Baumann Gesamt 28 (AK 12), Jochen Klein Gesamt 31. (AK 14), Thorsten Link 34. (AK 16), Andreas Dreher 36 (AK 19), Michael Roth (Defekt in Rd. 2). Mehr unter: www.biken-wertheim.de