90. Rund um Koeln (Straßenradrennen)
28. März 2005
|
Distanz |
62 km |
|
Startzeit |
11:40 Uhr |
|
Wetter |
Sonnig, 13°C |
|
Startnummer |
2080 |
|
Platzierung [AK] |
39. |
|
Platzierung [ges] |
76. |
|
Teilnehmer [ges] |
1052 |
|
Zeit |
1:39:55 |

Rennbericht
Wieder war es soweit, der Osterhase war weg und die Rund um Köln Challenge stand vor der Türe. Die Tour der Profis quer durch das Bergische Land und die Kölner Vororte ist das älteste Radrennen Deutschlands und wurde 2005 zum 90. Mal ausgetragen.
Zum zweiten Mal durften auch die ambitionierten Amateur und Hobbysportler an den Start gehen, wie schon 2004 habe ich mich für die 60 km lange Runde entschieden.
Wieder waren von der Anmeldestelle an der Kölner Messe bis zum Start in Leverkusen gute 15 km zurückzulegen, ideal um die Muskeln anzuwärmen. Gute 2 Stunden vor Beginn stand ich schon auf der Matte und ohne wärmende Kleidung habe ich mir fast einen abgefroren.
Pünktlich raste die Elite mit Heppner, Hondo, usw. samt Servicewagen an uns vorbei und nur wenige Minuten später machten wir uns auf die aussichtslose Jagd. Ich nahm sehr weit vorn aus dem ersten von drei Startblöcken das Rennen auf. Diesmal war ich eine Erfahrung reicher und teilte mir mein Rennen ein, versuchte meine Kräfte im Pulk zu schonen, die Devise hieß: Dran bleiben.

Natürlich war es einfacher als gesagt, denn gerade auf den ersten 10-15 km ging es drunter und drüber und vor sowie nach Engstellen versuchten viele mit waghalsigen Überholmanövern vermeintlich entscheidende Meter zu gewinnen. Auf gerader Strecke passierte es dann, mit voller Fahrt gab es einen Massensturz, in den zwischen 15 und 20 Mann verwickelt waren. Mit einem Ritt über den Grünstreifen entging ich dem Unfall, es waren keine schönen Bilder, die mir im Gedächtnis bleiben sollten.
Nur eine kleine Gruppe an der Spitze blieb von dem Vorfall unbehelligt und wir versuchten uns nach und nach wieder zu formieren um die Lücke zu schließen. Es dauerte einige lange kraftraubende Kilometer bis sich wieder eine schlagkräftige Gruppe gefunden hatte, die mit hohem Tempo über den Asphalt jagte.
Die Führungsleute wechselten sich ständig ab und so konnte ich mich ab und an auch nützlich machen um den Abstand zu den vorausfahrenden zu verkürzen. Als es in die Nähe von Bensberg kam zog sich das Feld auseinander. Die Anstiege innerhalb der Ortschaft, die in einem Kopfsteinpflaster direkt auf das Bensberger Schloss endeten waren mit vielen hunderten Menschen gesäumt, die uns den Berg hinauf trieben. Doch innerhalb der nächsten Kilometer war die ursprüngliche Gruppe wieder zusammen und fegte atemberaubend mit durchschnittlich 45 km/h durch die Bergischen Wälder Richtung Köln.
![]()

Als wir die ersten Vororte von Köln erreichten wurde die Stimmung nervös, keiner wollte zuviel Kraft verschenken oder nur einen Meter nachgeben. Auch ich war von dem hohen Tempo gezeichnet und malte mir bereits die letzten Meter am Holländerufer aus.
Noch eine 180° Kehre, dann über die Deutzer Brücke, hinab in das Rheinufer Tunnel und mit den letzten Reserven am Rhein Richtung Zieldurchfahrt.
Von hinten kamen noch ein paar sprintstarke Fahrer und es wurde noch mal eng, ich hatte keine Chance mehr Boden gut zu machen und so rollte ich die letzten Meter über den Asphalt.
Geschafft !
Es war eine tolle Atmosphäre in der Dom Stadt, bei Sonnenschein stellten wir unsere Maschinen im Zielbereich ab und vertraten uns erst mal die Beine.
Dort wo nur wenige Stunden später der junge David Kopp vom Team Wiesenhof nach grandioser Fahrt über 205 km die Siegertrophäe der Elite entgegen nahm.