OTC (5.Outdoor Team Challenge) 

01.-03.07.2005

 Teilnehmer: Elke, Klaus, Thomas und Michael Roth

Disziplinen: MTB- Hochseilgarten- Lauf- Kanu- Kurzduathlon- Flossbau/fahrt-

Nacht/Kanu- Lauf- MTB

 

Pressebericht der Fränkischen Nachrichten vom 12.07.2005

Adventure Race: „Geschwister Roth nach 23 Stunden und 50 Min. im Ziel“

Elke, Thomas, Klaus und Michael Roth beim 5. Outdoor- Team-Challenge dabei

 

 

Vom 01.-03.07.05 fand das zum 5. Mal ausgetragene Outdoor-Team- Challenge am Rursee in der Eifel statt. Bei diesem Adventure-Race ging es um die Verknüpfung verschiedener Natursportarten zu einem packenden Wettkampf im Expeditionsstil. Insgesamt 111 Teilnehmer und 33 Teams machten sich auf die anspruchsvollen Strecken. 4 Tages- und 5 Nachtetappen standen auf dem Programm. In der Reihenfolge Mountainbiken, Hochseilgarten, Kanu, Trekking, Duathlon (Schwimmen/Laufen), Floßbauen und Fahren, Nachtkanu, Trekking und nochmals Mountainbiken wurden die Roth´s unter dem Teamnamen „Backdrifter“ in den Wettbewerb geschickt.

Nach den Einweisungen für das Klettern, Biken und Navigieren wurden den Teams bereits am Freitagabend die ersten Aufgaben gestellt, um die Startreihenfolge in einem „Prolog“ zu ermitteln. Vor dem Schlafengehen wurden dann noch die Roadbooks verteilt. Nun konnten sich alle Sportler einen ersten Eindruck über die zu bewältigenden Aufgaben machen, die bis zu diesem Zeitpunkt geheim gehalten wurden. Anhand des Roadbooks wurden dann die Teamrucksäcke und Taschen gepackt. Diese mussten alles beinhalten was für die Etappen notwendig war, da der Zeltplatz erst zum Schluss wieder erreicht wurde. Gegen 01 Uhr legten sich das Team in der Zeltstadt zum Schlafen während andere noch am Plan für den Wettbewerbstag feilten.

           

Um 05 Uhr war die Nacht vorbei. Nach dem Frühstück und dem Packen der Lebensmittel starteten die Wertheimer pünktlich um 06.43 in die Mountainbikeetappe. Bei leichtem Nieselregen mussten 11 Posten in 180 Minuten auf der Strecke durch genaues Navigieren gefunden werden.

Falls ein Checkpoint nicht gefunden wurde, mussten die Biker mit saftigen Strafzeiten rechnen.

So gab es auf der MTB-Etappe für jede ausgelassene Aufgabe 60 Strafminuten.

Ohne große Schwierigkeiten meisterten die erfahren Mountainbiker die anspruchsvolle und aufgeweichte Strecke. Erst der letzte Checkpoint erhitzte die Gemüter. Als sich nach und nach alle Teams an diesem Punkt versammelten und verzweifelt die schwarze Kontrollzahl auf dem 5x5 cm großen gelben Plättchen suchten. Nach einiger Zeit des Suchens entschloss man sich diese Aufgabe, auszulassen um nicht aus dem Zeitfenster zu fallen.

Zurück am Rursee gab es bereits die nächste Aufgabe. Diesmal musste die „Backdrifter“ auf dem Bike einen „Hochseilgarten“ im Wald finden. Dort angekommen, wich den Outdoorfreaks jegliche Farbe aus dem Gesicht. Die Aufgabe bestand darin, an einer Strickleiter, die an einem Baum befestigt war, mit einem Wassereimer10 Meter in die Höhe zu klettern. Der Teampartner machte diese Übung parallel an einem ca. 15 Meter entfernten Baum, jedoch ohne Wassereimer. Zwischen den Bäumen war ein dünnes Drahtseil gespannt, in der Mitte dieses Seiles musste der Eimer an den Partner übergeben werden und mit möglichst viel Inhalt zur Erde zurückgebracht werden. Dafür hatte jedes Paar 15 Minuten Zeit. Während das Sicherungsteam die Hochseilartisten anfeuert und ihnen Mut zusprach wurden die Gesichter in den Baumwipfeln immer blasser. Mit halbvollen Eimern und einer guten Zeit schafften die vier Geschwister auch diese spektakuläre Mutaufgabe. Anschließend galt es noch auf Zeit eine Riesenleiter mit einem größer werdenden Sprossenabstand zu besteigen. Nachdem Erreichen und Betätigen der Signalhupe auf der letzten Sprosse wurde die Zeit gestoppt. Nach dieser Aufgabe fuhren die Teams zurück zum Rursee.

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Im Kanu ging es in die dritte Runde. Mit je zwei Personen wurden die Boote  besetzt. 8 Punkte mussten auf dem Rursee angefahren werden. Jeder nicht entdeckte Kontrollpunkt wurde wieder mit 45 Strafminuten belegt. Obwohl einige Teams Schwierigkeiten hatten, sich auf dem See zurecht zu finden und mit ihrer Zeit von 180 Minuten auszukommen, fanden die Wertheimer alle Verstecke und setzten mit 140 Minuten eine Spitzenzeit. Bei Überschreiten des Zeitlimits drohte den Teilnehmern gar der Wertungsausschluss für die Kanuetappe.

   

Zurück am Treffpunkt gab es bereits die Koordinaten für die Laufstrecke. Diesmal waren 27 Checkpoints in 180 Minuten zu finden. Eine sehr schwierige Aufgabe, bei der genau überlegt werden musste, welche Zielpunkte die meisten Punkte ergaben. Natürlich lagen die Checkpoints mit der höchsten Punktzahl am weitesten entfernt. Auf der Strecke gab es noch eine Zusatzaufgabe die das Team in einem genauen Zeitfenster erreichen musste, hier galt es mit allen Personen eine 4 Meter hohe Mauer zu überqueren um die volle Punktzahl einzustreichen. Auch diese anstrengende Trekkingstrecke meisterten die „Backdrifter“ erfolgreich und kamen auf die Sekunde nach 180 Minuten in Ziel gerannt.

                  

 

Nach den 4 Tagesetappen war eine kurze Pause angesagt in der die Teilnehmer mit reichlich Spaghetti versorgt wurden. Um 22 Uhr begannen die 5 anspruchsvollen Nacht-Etappen mit einem Kurz-Duathlon um die Startreihenfolge für die Nacht festzulegen. Die Teams mussten 2 Schwimmer und 2 Läufer stellen. Mit einem Massenstart wurde das Rennen gestartet. Elke schwamm die Geschwister Roth in eine gute Position. Michael konnte bei der Laufrunde um den See die Position halten, während Klaus beim Schwimmen nochmals aufholte, so dass Thomas einen neunten Platz ins Ziel brachte, was die erste Startgruppe bedeutete.

             

 

Es blieb gerade noch Zeit die nassen Klamotten auszuziehen, dann ging es schon zur Floßetappe. Bei dieser Aufgabe musste aus 4 Tonnen, 6 Holzstangen und einigen Schnüren ein Floß gebaut werden. Mit diesem Floß sollten alle 4 Personen eine Insel in der Mitte des Sees umfahren und zum Ufer zurückkehren ohne Teile des Floßes zu verlieren. Das Floß musste wieder zerlegt und die Einzelteile in ihrer Ursprungsform gebracht werden.

Für jeden über Bord gegangenen Seemann wurde eine Strafe von 20 Minuten verhängt.

Mit ihrem statisch nicht ganz optimalen Schnellbau machten sich die Geschwister auf den Weg durch die Fluten. Nur die Dunkelheit konnte einen „leichten“ Abgang eines Matrosen vor den Augen der Kampfrichter verbergen. So konnte diese Etappe ebenfalls ohne Zeitstrafe beendet werden und die Wäscheleine blieb beim Team „Backdrifter“ leer, was nicht bei allen Teilnehmern der Fall war.

 Mit einer neuen Kontrollkarte ging es um 00.50 Uhr zur Nacht- Kanuetappe. 4 Checkpoints mussten in völliger Dunkelheit und nur 120 Minuten gefunden werden. Eine besondere Schwierigkeit stellte eine mitten im See schwimmende Boje da. Um andere Teilnehmer nicht auf die richtige Fährte zu bringen versuchten die 4 Wertheimer fast ohne Licht  auszukommen. Durch eine sehr gute Navigation konnte sogar die Boje ausfindig gemacht werden, währende andere Teams am Ende des Sees weit ab vom Koordinationspunkt nach dem Objekt der Begierde suchten.

   

Nach gut einer Stunde konnten die Kanuten bereits das Boot verlassen und direkt in die Nacht- Trekkingetappe starten. 8 Punkte galt es in völliger Dunkelheit zu finden. Hoch motiviert durch die tollen Ergebnisse lief das Team in die Nacht, auf der Suche nach den nur wenige Zentimeter großen Kontrollnummern. Gespenstige Szenen spielten sich in den Wäldern der Eifel ab. Überall im Dickicht, auf Wiesen und in Gräben waren Lichter von suchenden Outdoor Sportlern zu sehen. Gegen 02 Uhr trafen sich auf einer Straße wieder zahlreiche Teilnehmer, die eine knifflig versteckte Nummer nicht ausfindig machen konnten. Nach nochmaligem überprüfen der Koordinaten wurde abermals ein Punkt genau auf der Straße angezeigt. Laut Aufgabenstellung sollte hier eine kleine, krumme Buche stehen?

Erst das Klettern in einen Bachlauf lies eine Röhre unter der Straße erkennen. In dieser Röhre wuchs die gesuchte Birke. Die Roth´s notierten die Nummer in ihre Kontrollkarte, löschten die Lampen und machten sich im Dunkeln aus dem Staub während die Ansammlung der Teams an dieser Stelle immer größer wurde.

               

 

An Checkpoint 6 kam es zu einem ähnlichen Szenario. Mehrere Teams waren bereits auf der Suche nach der begehrten schwarzen Nummer auf gelben Grund, als das Geschwisterteam durch Zufall auf die Nummer stieß. Wie gewohnt löschten sie die Stirnlampen um den Konkurrenten nicht die weitere Route zu verraten und schlichen sich im Dunklen davon. Doch diesmal sollten sie in der Dunkelheit den falschen Weg einschlagen. Erst als der Wegverlauf sich als völlig falsch herausstellte, stellten sie fest, dass die Koordinaten nicht mit dem markierten Punkt auf der Karte übereinstimmten. Doch zur Rückkehr blieb keine Zeit da das Zeitfenster dies nicht zu lies.

Demoralisiert, nach 20 Stunden körperlicher Höchstleistung, am Rande der physischen und psychischen Belastbarkeit, kassierten sie im Etappenziel vor der letzten Etappe eine Zeitstrafe von einer Stunde.

Nun sank die Stimmung beim Wertheimer Team in den Keller. Müdigkeit und Schmerzen bestimmten nun das Bild. Nur mit Mühe konnten die letzten Koordinaten für die abschließende Mountainbiketour um 02.50 Uhr in die Karte eingetragen werden. Bei Nieselregen ging es mit voll beleuchteten Mountainbikes auf die letzte schwierige Etappe in Richtung Ziel, wo 21 Stunden zuvor das Adventure-Race gestartet wurde.

   

Nochmals mussten 11 Checkpoints mit dem Bike erreicht werden. Viele Höhenmeter stellten auf dieser Etappe die Teilnehmer vor echte Probleme. Auch hier kannten die Veranstalter keine Gnade und verteilte für jede ausgelassene Kontrollnummer ein 60minütige Zeitstrafe.

Die Geschwister versuchten sich gegenseitig zu motivieren und wach zu halten. Denn die Konzentration war nun total am Boden. Ein Sturz mit dem Rad konnte schlimme Folgen haben. Bei Sonnenaufgang waren fast alle Punkte gefunden, doch ca. 5 Kilometer vor dem Ziel waren die 3 Brüder und ihre Schwester plötzlich wieder weit weg von der Route. Mit letzter Kraft schleppten sie ihre Bikes auf dem Rücken einen steilen Berg hinauf um wieder auf den Weg in Richtung Ziel zu kommen. Dort mussten nochmals 4 Kilometer bergauf geradelte werden. Die Muskulatur und die Augen wollten nun in den Streik treten, doch die Nähe zum Ziel und die Leistungen der letzten knapp 24 Stunden lies die Akteure nochmals über sich hinauswachsen und so fuhren Elke, Klaus, Thomas und Michael Roth um 06.30 Uhr, nach 23 Stunden und knapp 50 Minuten glücklich über die Ziellinie. Trotz der guten Leistung fehlte den Akteuren jegliche Kraft zum Jubeln oder Feiern. Alle 33 Teams erreichten das Ziel, wenn auch nicht in voller Gruppenstärke. Das letzte Team überquerte gegen 10.30 Uhr die Ziellinie. Die Wertheimer Geschwister schafften einen tollen 16. Platz in der Gesamtwertung und waren stolz auf ihren Ehrgeiz, Mut und ihre Teamfähigkeit.

Sie können kaum noch die Augen aufhalten,

doch sie haben es geschafft!

Die Geschwister Roth nach fast 24Stunden im Ziel!

 

Hier die Gesichter nach der Frage: "Seid ihr 2006 wieder dabei?"

Elke   "JA"

Thomas   "JA"

Klaus und Jessica Borchert "Doppel Ja"

Michael "mit solchen Geschwistern ganz sicher!"

 

 

 

 

Die Natur kennt keine Belohnung oder Bestrafung – sie kennt Konsequenzen!