4. Langenberg Marathon

MTB

02. Oktober 2005

 

Distanz

74 km

Startzeit

10.00 Uhr

Wetter

Kalt, vereinzelt leichter Regen

Startnummer

82

Platzierung [AK]

9.

Platzierung [ges]

28.

Teilnehmer [ges]

145

Zeit

4:08:07

 

 

 

 

 

 

Der 2. Oktober sollte so enden wie er begann.

Tage zuvor regnete es schon literweise und für den Renntag waren auch keine guten Prognosen bezüglich des Wetters vorhergesagt worden.

Ich startete um 7.00 Uhr Richtung Sauerland, es regnete nicht dennoch war es feucht und kalt. 3 Kilometer weiter wurde ich bereits in einer Routinekontrolle gestoppt und musste feststellen, dass ich weder Ausweis noch Führerschein dabei hatte, aufgrund der Tatsache, dass ich einen Leihwagen hatte, war der Polizist nicht gerade begeistert. Er hielt mir einen Vortrag und unter Murren durfte ich die Fahrt fortsetzen.

Rechtzeitig um 8.30 Uhr traf ich in Langenberg ein, als ich die Startunterlagen holte fing es an zu regnen und die Frage, was ich am besten anziehen sollte beschäftigte mich. Um die verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen fuhr ich mich warm und stellte mich auf die 74 km Sauerlandstrecke ein.

Zur ersten Ausfahrt hatte ich mein brandneues Hardtail Ghost HTX Scandium World Series Team gewählt, eine Wahl mit Folgen.

  

Um 10.00 Uhr der Start auf die 8 km Einführungsrunde in einer Schleife durch Bruchhausen und wieder durch Start und Ziel, danach kam direkt der 10 km lange Anstieg hoch zum Langenberg zu den Bruchhauser Steinen.

Mit dem neuen Rad kam ich gut zurecht, musste mich nur an die Dual Control Schaltung gewöhnen. Der Gewichtsvorteil zu meinem Fully von 2,5 kg war am Anstieg deutlich zu spüren.

Bei Kilometer 12 stand Benjamin Brochhagen am Rand, er war damit beschäftigt seinen Schlauch zu tauschen. Ich grüßte kurz den Vorjahressieger, den Team Fahrer von Ghost, der mir auch das neue Rad beschafft hatte.

Es ging weiter den Berg hinauf und keine 15 min später flog er auch schon an mir vorbei, erkundigte sich kurz und war auch schon weg…

Am Gipfel auf 797 m dann eine Verpflegungsstation, weiter ging es auf und ab bis wir auf einen brutalen Schlammabschnitt stießen. Rutschend und balancierend pflügten wir mit durchdrehenden Rädern durch den Abschnitt. Verließ man den schmalen Pfad oder rutschte man ab, so versank man bis zum Tretlager in tiefen

Langenberg mit Bruchhauser Steinen

Schlammlöchern. Nach ewigen 400m war die Stelle passiert und es ging weiter. Plötzlich fing die Schaltung an zu springen, ständig rutschte die Kette durch die Gänge waren nicht mehr präzise zu schalten und die Kette wurde am vorderen Ritzel ständig nach oben gezogen. Ein paar Kilometer und einige Flüche später kam eine derbe Schlammrutsche 2-mal mussten wir einen steilen 200 m langen Abhang hinunter, hier stellte sich heraus, wer sein Rad in den tiefen Furchen unter Kontrolle hatte.

                            
Die Schaltungsprobleme wurden massiver und ich beschloss bereits nach der ersten Runde das Rennen zu beenden. Zuerst nach ich das Tempo heraus, wollte dann aber doch zumindest für die eine Runde eine gute Zeit herausfahren. Der zweite Abschnitt der Runde war wenig spektakulär, Trails wechselten sich mit viel Schotter und einigen Asphaltstücken ab. Die letzten Meter der 1. Runde waren auf Asphalt hinab nach Bruchhausen eingeläutet, die Schaltung lief etwas besser, so wurde ich wie von einer magischen Hand in die 2. Runde gezogen. Weitere folgenschwere 33 km. Glücklicherweise kamen wir am Radwaschplatz vorbei, so konnte ich mit dem Dampfstrahler kurz über die Schaltung bevor es wieder die 10 km hinauf zum Langenberg ging.

Die Fahrt wurde einsamer und erst bei der kritischen Fahrt durch den Schlamm konnte ich zu den Vordermänner aufschließen. Alles lief gut, erstaunlich gut von den Schaltungsproblemen abgesehen. Die Temperatur von 8 Grad und die Nässe zog die Kräfte aus den Beinen, dennoch schien ich etwas an Boden gut zu machen.

 

Plötzlich nach knapp über 3:20 h und 68 km kein Widerstand in den Pedalen, die Kette war gerissen….

Alternativen gab es keine, aufgeben wollte ich nicht, so lies ich es rollen bis ich schieben musste. Zuerst im Laufschritt, dann laufend und wieder im Laufschritt, der Kilometerzähler bewegte sich kaum, dennoch hielt ich durch. Ab und an wieder ein paar Meter rollen dann im Laufschritt mit Radschuhen. Mit dem Mitleid der anderen Fahrer konnte ich nichts anfangen, keine bat die Hilfe an, mich ein paar Meter zu schieben oder zu ziehen.

Bruchhausen war in Sicht, der ersehnte Asphaltabschnitt kam immer näher und die letzten 1,5 km konnte ich bis ins Dorf rollen. Kurz vor dem Ziel noch mal absteigen, das Rad auf der einen Seite, die Kette in der rechten Hand zum Himmel gestreckt….endlose 9 km zu Fuß waren bewältigt. Stolz und dennoch tief betrübt machte ich mich zum Waschplatz und trat nach der Dusche direkt den Heimweg an.

Platz 28 in der Gesamtwertung von 145 Fahrern….

Wozu habe ich ein Rad mit Rohloffschaltung zuhause stehen ?