9. MTB- Marathon Frammersbach 2005

Mountainbike

08. Mai 2005

Klaus Roth 120 Kilometer Europameisterschaftsstrecke

Rolf Diehm, Andreas Dreher, Michael Roth 60 Kilometer-Marathon

 

Veranstaltungsart

MTB-Marathon

Distanz

120 km / 3400 HM  60   km / 1700 HM

Startzeit

8:00 Uhr

Wetter

Trocken, heiss

Temperatur

28 °C

Startnummer

266

Platzierung [AK]

195

Platzierung [ges]

249.

Teilnehmer [ges]

~500 (400 im Ziel)

Zeit

6:24:02

 

 

Kurzbeschreibung

Mit großem Respekt sah ich im Voraus auf den MTB Ultramarathon in Frammersbach. Meine Trainingseinheiten gingen kaum über die 3 h hinaus, in Frammersbach galt es die 120 km mit ihren 3.400 HM zu bezwingen. Meine geschätzte Zeit lag zwischen 6 und 7 Stunden. Bei einer Vorjahreszeit von 3h 5min auf der 60km Strecke (bei schlechtem Wetter) ging es vielleicht eher in Richtung 7h.Der besondere Reiz in diesem Jahr lag an der Austragung des EM MTB Laufes mit Größen wir Karl Platt und einem internationalen Starterfeld mit diversen Nationalmannschaften.

Im Vorfeld klappte alles super, meine Wahl mit dem Fast Fred zu starten ging auch auf, allerdings hatte ich mit 3 bar deutlich zuviel Luft im Reifen. Am Vorabend regnete es noch mal heftig, die Luft kühlte ab und die Strecke war zumindest geringfügig weniger staubig. Bereits um 6.00 Uhr fuhren wir bestens gerüstet in den Spessart, die Startnummern hatte Michael bereits am Vortag abgeholt.

Die Stimmung war ruhig und konzentriert, bis wir uns umgezogen hatten und eine kleine Runde drehten war die Zeit auch schon reif für die Startaufstellung. Mit 600 MTB´lern standen wir am Start ehe es durch die Ortschaft zum fliegenden Start in der Ortsmitte ging.

Alles lief absolut diszipliniert, keine überhitzten Gemüter, jeder wusste, was die nächsten Stunden auf uns zukam.

Ruhig aber dennoch bestimmt gingen wir die ersten Kilometer an, zuerst auf einem langen Asphaltstück durch das Neubaugebiet, wo uns viele Zuschauer beim Frühstück auf der Terrasse zuriefen, danach viele Kilometer auf Schotter und zur Abwechslung die für den Spessart typischen Singletrails.

Die Witterung war optimal, es war noch nicht zu heiß und der Boden gut zu befahren. Die Strecke kannte ich bis dato nur als Schlammhölle von 2003 und 2004.

Gleichmäßig zogen wir durch den Spessart, auf und ab, das Höhenprofil glich einem Sägezahn.

Dann ging es hoch zum Oberbecken des Kraftwerkes, dem zweithöchsten Punkt im Spessart von hier aus noch ein kleines Stück zur Verpflegungsstation. Hier lief alles super organisiert und uns wurden volle Trinkflaschen gereicht. Nach der Station geht es lange bergab ehe nach einem kurzen Stück bergauf Frammersbach und damit der Grabig vor uns lag. Eine Vollbremsung, ganz eng um die 90 Grad Kehre und wir standen mittendrin ! 2.000 jubelnde und klatschende Menschen. Gigantisch !

Im Augenwinkel sah ich meine Mutter, Agnes und Jessica.

Die Zuschauer bildeten eine Gasse, schrieen uns an und jagten uns förmlich die Steigung hinauf. Bewegende Momente, Emotionen die in dieser Art nur ganz selten zu spüren sind.

Als die Menschenmassen dünner wurden, gab es auch Zeit um nachzudenken und plötzlich wird uns wieder bewusst, dass hier noch weitere 5 km Steigung auf uns warteten, hoch zum Eichenberg, zum Ziel noch knappe 9 km.

Als wir den Berg geschafft hatten, ging es wieder lange bergab und auf einem Singletrail wurde noch mal die volle Konzentration gefordert.

 

In Frammersbach ging es noch um ein paar Kurven, vorbei an der Zieldurchfahrt
(3h 5 min) und auf die zweite Runde.

Alles klappte super bis auf meine Kette, die bei welligen Abfahrten vom vorderen Ritzel sprang und sich regelmäßig zwischen Kurbel und Tretlager verklemmte. 15-20 min verlor ich durch diesen Defekt der bestimmt 10-mal auftrat.

Dennoch lies ich mich nicht beirren und fuhr die Abfahrten etwas gemächlicher hinunter.

Auf der zweiten Runde geschah nichts neues, viele Zuschauer harrten die 3 Stunden aus um uns auch bei der 2. Durchfahrt zu unterstützen.

Anders als in der 1. Runde ging es nicht durch den Ort hinauf zur Ernsthöhe sondern auf einem steilen unbefestigten Singletrail. Hier wehte kein Windchen und wir schwitzten was das Zeug hielt.

Bei Kilometer 106 wartete dann wieder der Grabig, die Zuschauer waren bereits weniger geworden, doch genauso enthusiastisch wie zuvor. Meine ganze Truppe war da und wartete ungeduldig auf mich. Meine Eltern, Jessica, Agnes und Michael, der mich bei der Qual auch noch ablichtete und den Berg hinaufscheuchte.

Ab und an spürte ich, wie meine Muskeln unkontrolliert anfingen zu zucken und ich trank und trank, am Ende waren es 10 Liter, die ich aufgenommen hatte.

Auf den letzten Meter blies ich nochmals zu Attacke und noch an 6 Fahrern vorbei, ehe mich ein weiterer Kettenklemmer auf dem Singletrail zu einer Reparaturpause zwang. Ein Teil der Fahrer flog inzwischen wieder an mir vorbei.

Darüber, dass ich zum ersten Mal ohne große Probleme die lange Distanz absolvierte, bin ich überglücklich.

Die Endzeit lag bei 6:24 h, eine Zeit mit der ich absolut zufrieden bin.

 

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 Pressebericht der Fränkischen Nachrichten vom 30.06.2005

Wertheimer Biker mit Topergebnissen beim MTB-Marathon in Frammersbach

 

Klaus Roth auf der Europameisterschaftsstrecke, Rolf Diehm mit Platz 133 vorne dabei!

 

Vier Biker und eine Bikerin vom Wertheimer Biketeam „Backdrifter“ waren am 26.05.2005 beim 9. MTB- Marathon in Frammersbach mit dabei. Die anspruchsvolle und teilweise harte Strecke musste ein und bei den Marathonspezialisten zweimal durchfahren werden. Bei Kilometer 50 und in der zweiten Runde bei Kilometer 110 musste der „Highway to hell“, die Straße in die Hölle, der „Grabig“ absolviert werden. Hunderte Zuschauer brachten die Stimmung an der 22%igen Steigung zum Kochen, schrieen die Biker den Anstieg hinauf. Zuvor hatten die Starter allerdings schon einiges geleistet. Während die Hochgeschwindigkeitsabfahrt von der Ernsthöhe auf einem typischen „Spessart Trail“ Mut und volle Konzentration verlangte, lies der Anstieg zum zweithöchsten Punkt im Spessart, der „Hermannskoppe“ 567 üNN ebenfalls keine Zeit zum Erholen. Erst nach dem Bezwingen des gut 4 Kilometer langen Anstiegs zur Sohlhöhe konnten die Fahrer den „Grabig“ förmlich riechen. Respektvolle Vorfreude war auf einigen Gesichtern abzulesen. Nach der 400m langen und steilen Rampe (Grabig) die von vielen Zuschauern gesäumt war, sollten noch 5 zähe Kilometer zum „Eichenberg“ folgen. Oben im Wald, wo es immer stiller wurde, waren die Biker wieder unter sich. Erst hier bemerkten viele Biker, dass sie sich im „Grabig“ übernommen hatten und ihre Oberschenkel kurz vorm Bersten waren. Wer den „Eichenberg“ erklommen hatte durfte sich auf eine schöne Trailabfahrt freuen, bevor es auf die Zielgerade Richtung Frammersbach ging. Im wahrsten Sinne des Wortes, mit Pauken und Trompeten wurden alle Teilnehmer im Ziel gefeiert. Unter nicht enden wollendem Applaus wurde jeder Teilnehmer für seine Mühe belohnt!

               

Pünktlich um 08.00 Uhr startete der Tross von fast 600 Bikern auf die Ultramarathonstrecke über 120 Kilometern und 3400 HM durch den Spessart. Auch Klaus Roth versuchte auf der Europameisterschaftsstrecke im internationalen Starterfeld eine gute Platzierung zu landen. Er kam mit der Strecke gut zurecht und bog kurz nach der 3h Marke in die 2. Runde ein. Technische Probleme mit der Kette warfen ihn immer wieder um die mühsam erkämpften Meter zurück. Dennoch zeigte er sich begeistert von dem Event und der Stimmung im freundschaftlichen Fahrerfeld. Mit einer Platzierung im vorderen Mittelfeld, Platz 249 und einer Zeit von 6.24 Stunden war K. Roth dennoch zufrieden und freut sich bereits auf 2006.

               

Rolf Diehm, Michael Roth und Andreas Dreher gingen um 08.30 Uhr, mit 1300 weiteren Bikern auf die mittleren Distanz, mit 62 Kilometern und 1720 HM.

Der Wertheimer Rolf Diehm hatte sich nach einer langen, intensiven Trainingsphase die 3 Stunden Marke vorgenommen. Nach einer waghalsigen Fahrt konnte er trotz eines Sturzes sein gestecktes Ziel erreichen. Mit einer super Zeit, von 2:53 Minuten konnte er sich weit vorne im Feld platzieren. Der Lohn für die Mühen brachte ihm Platz 133 in der Gesamt-wertung, dass bedeutete den 30. Platz in seiner Altersklasse.

Andreas Dreher und Michael Roth hatten etwas weniger Glück, da sie erst verspätet zur Startaufstellung kamen und das Rennen vom Ende des Feldes aufnehmen mussten.

M. Roth riss 2 Km vor dem Ziel die Kette, was ihn beinnahe um eine gute Platzierung gebracht hätte. Doch der heranrasende Mitkonkurrent Steffen Werner aus Bad Königshofen zeigte sich als fairer Gegner und schleppte den glücklichen M. Roth unter tosendem Applaus von hunderten Zuschauern über die Ziellinie! Mit 03.30 Stunden bekamen beide die gleiche Zeit und Platzierung 571 zugeschrieben. Andreas Dreher kam kurz dahinter mit einer Zeit von 3.42 Minuten auf den 776 Gesamtrang.

     

Ein wahrlich fairer Sportsmann, Steffen Werner aus Bad Königshofen schleppte M.Roth ins Ziel!!!

Die erstmals für das Team „Backdrifter“ startende Heike Frühwirt konnte auf der 33 Kilometer Strecke mit schwierigen 950 Höhenmetern ebenfalls beeindrucken. Mit einer Zeit von 01.56 Stunden belegte sie einen hervorragenden 5. Gesamtplatz und konnte in ihrer Altersklasse sogar den 3. Platz belegen.

           

Am kommenden Wochenende werden die Wertheimer beim OTC (Outdoor Team Challenge) in der Eifel teilnehmen. Bei dem 3- Tages Event wird das Team „Backdrifter“ ein Frauen- und ein Männerteam an den Start schicken. Es gilt schwierige Aufgaben wie Klettern, Kanu, Mountainbiken, Abseilen, Orientierung und weitere unerwartete Outdoor Aufgaben im Team zu lösen!