2.Rheinmarathon-Düsseldorf
Bericht von Klaus Roth über seinen ersten und gleichzeitig letzten
Marathon den er mit einer Fabelzeit beendete!
Düsseldorf 02.05.2004
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Veranstaltungsart |
Marathon |
Startnummer |
3539 |
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Distanz |
42,195 km |
Platzierung [AK] |
36. |
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Startzeit |
9:30 Uhr |
Platzierung [ges] |
390. |
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Wetter |
Bewölkt |
Teilnehmer [ges] |
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Temperatur |
18 °C |
Zeit |
3:23:31 |
Kurzbeschreibung:
Es war endlich so weit. Der Tag X, der Tag der Entscheidung stand vor der Türe.
Habe ich genug trainiert, werde ich ankommen ? Wird mein Körper und vor allem meine Knie der Belastung standhalten ? Fragen, die schon seit Tagen in meinem Kopf hämmern, Fragen, die ich nicht beantworten kann.
Die Nacht vor dem Lauf schlief ich schlecht, immerhin war ich schon ziemlich aufgeregt beim meinem Marathondebüt.
Schließlich habe ich schon zu Beginn des Jahres den Trainingsplan in die Ecke gelegt und das getan, was ich für richtig hielt. Was ich die letzten 2 Wochen vor dem Marathon noch so plante hielt ich dann doch in Papierform fest. Dieser Plan kam nie zum Einsatz, weil ich wegen Oberschenkelprobleme die vorletzte Woche pausierte. In der letzten Woche bin ich dann noch 2 mal 8 km um die 5:15 min/km gelaufen. Um noch mal etwas rauszureißen war es eh zu spät.
Somit ging ich mit sehr gemischten Gefühlen zum Startbereich.
Unterschwellig habe ich die 3:30 noch nicht abgehakt, wusste aber, dass es erst mal gilt, die Distanz zu überstehen. OK, was würde ich verlieren, wenn ich mit 3:45 ins Ziel käme ?
Die Zeit, die ich realistisch bei meinem Marathondebüt erreichen könnte, lag bei der derzeitigen 10 km Bestzeit bei knappen 4:00 (glaubt man der Literatur).
Pünktlich um 9:30 Uhr ging es dann los, ich sortierte mich nicht, wie empfohlen im letzten Startblock ein. Immerhin hatte ich ein Ziel, wenn auch ein unrealistisches.
Um einen Rhythmus im Startgedränge zu bekommen, lief ich die ersten 5-6 km bei den Pacemakern für 3:30. Bei den Verpflegungsstellen verloren wir immer ein paar Sekunden und ich löste mich von diesem Pulk, nicht sehr schnell, dennoch bestimmt und ich konnte meine eigene Geschwindigkeit gut kontrollieren, lief permanent um die 4:50 min pro km.
Meinen Arbeitskollegen habe ich dann auch getroffen, er plante ebenfalls die 3:30 Marke zu unterbieten, bei seinem zweiten Versuch. Wir verloren durch die Unterhaltung etwas an Boden und nach einer Verpflegungsstelle verloren wir uns dann auch endgültig.
So flogen die ersten 20 km dahin und alles lief bestens. Ab Mitte der 20er ließ die Kraft nach, die Knie wackelten etwas und die Kilometer wurden länger. Ich holte mir die Kraft aus den Zuschauern, winkte und lachte, die Leute an der Strasse belohnten es mit starkem Beifall. Die erste Rheinüberquerung an der Rheinkniebrücke war steil, ich spürte sie nicht und schöpfte Kraft. Die Strecke am Rhein bis km 32 war gut besucht. Besonders freute ich mich über einen Arbeitskollegen, der mir vom Streckenrand Getränke anbot und ein paar Meter mitlief. Durch die Verwendung eines Trinkgurtes war ich nicht auf die Verpflegungsstellen angewiesen. Ich hatte zwei Flaschen mit Isostar und zwei Flaschen mit verdünntem Gel (insgesamt 0,8 l). Dazu noch 2 PowerGel, damit war das Paket rund und ein paar Fehlgriffe an den Stationen konnte ich gelassen hinnehmen.
Ab km 32 wurde es zäh, viele Läufer reduzierten ihr Tempo, ich gehe davon aus, dass es bei den meisten mehr eine Kopfsache war als alles andere. Von einem toten Punkt zwischen 30 und 35 km konnte ich nichts spüren. Im weiteren Verlauf forcierte ich das Tempo etwas, gepuscht von den vielen Läufern, die ich überholte.
Endlich das Einbiegen in die Hansaallee, begleitet von vielen Zuschauern, vorbei an meiner Firma und den leichten lang gezogenen Anstieg auf die Oberkasseler Rheinbrücke. Am Scheitelpunkt bei km 39 wurden die Beine schwer. Das Winken hatte ich zwischenzeitlich stark reduziert, der Blick auf den Asphalt gerichtet. Ab und an ein Heben des Kopfes um die nächste Kilometertafel zu erspähen. Immer wieder fing ich an zu rechnen, sollte es etwa reichen ? Ich erhöhte mein Tempo nochmals ein wenig. Es ging die Kö hinauf, noch etwa 1,5 km. Ewige 1,5 km.
Dann das Kilometerschild 41, wie von Geisterhand legte ich nochmals eine 4:30 min/km im letzten Kilometer auf den Asphalt, überspurtete eine Menge von Läufern.
Das Ziel war in Sicht, an meiner Seite ein Läufer der mein Tempo mitging.
Die letzten 200 m, Endspurt nochmals Temposteigerung, beide Hände in den Himmel die Mütze vom Kopf gerissen und über die Zielmatte.
Geschafft, die 3,5 waren unterboten, die Uhr blieb bei 3:23:32 stehen.
Erst jetzt spürte ich meine Beine, meine Knie verweigerten den Dienst. Die Belastung auf die Gelenke war schon enorm hoch, wenngleich ein 10 km Straßenlauf mir im Ziel mehr zu schaffen machte.
Ich bediente mich im Zielbereich an Bananen und
Berlinern, anschließend ging ich die 4 km nach Hause. Mit Auslaufen war nichts
zu machen, ich hab es versucht !
Zuhause habe ich mich dann erst einmal mit einem Weizenbier in die Badewanne gelegt. Später bin ich nochmals in den Start und Zielbereich, diesmal mit dem Rad, das ging irgendwie besser......