Trainingslager Mallorca   (Bericht von Klaus Roth)

Mallorca Radurlaub

13.03.-20.03.2004

Alcudia / Hotel Dunas Park         

Veranstalter: Max Hürzeler 

Zwar war es eine kurze Nacht, um 3.00 Uhr klingelte der Wecker, dafür freute ich mich umso mehr auf das einwöchige Trainingslager im warmen Mallorca.

Ausgerüstet mit etlichen Kurzarmtrikots und Radhosen stieg ich mit meinem Arbeitskollegen und dessen Sohn in den Flieger.

In Palma gelandet, schien die Sonne und wir stiegen gut gelaunt in den Bus, der uns in etwa einer Stunde zum Hotel Dunas Park nach Alcudia brachte.

Die Sonne verschwand immer mehr hinter dicken Wolken und der Wind nahm zu, die Temperaturen lagen bei 16 Grad.

Unbeeindruckt bezogen wir das 3er Appartment und gingen zur Verleihstation der Rennräder. Nach einiger Zeit hatten wir die Räder, die in einem Top-Zustand waren.

 

Mittlerweile war es gegen 13.00 Uhr, Zeit um noch eine kurze Testfahrt zu starten. Nach 55 km waren wir steckensteif gefroren, der starke Wind hat uns die Motivation etwas genommen und wir waren froh, vom Rad zu steigen.

Im angegliederten Schwimmbad haben wir noch einige Bahnen gezogen, ehe wir in die Sauna und anschließend zum reichhaltigen Buffet gingen.

Der Sonntag begann mit einer Laufrunde am Strand und einem tollen Frühstück. Bei unverändertem Wetter starteten wir den ersten offiziellen Tag unter Führung, einer Einrollrunde über 100 km. In Sineu besuchten wir die Radrennbahn und drehten einige Runden auf der 300 m Bahn. Anschließend waren noch ein 10 km Lauf und ein paar Bahnen im Becken angesagt, obligatorisch die Sauna…

Profilierter ging es am Montag über die 114 km in Richtung Petra. Die 40 Bahnen vom Morgen machten sich in Form schwerer Beine am Coll de Puig Major bereits bemerkbar. Der Berg erstreckte sich auf ca. 8 km über 600 HM, traumhafte Serpentinen…Das Wetter war so stürmisch, dass es durch eine Böe sogar einen Fahrer vom Rad wehte.

  

Die Abfahrt dadurch sehr gefährlich und total verkrampft sind wir den Berg hinab gerollt. Jede Menge Radfahrer besiedelten die Insel, alleine in unserem und dem benachbarten Hotel befanden sich 1100 Menschen, in erster Linie Sportler.

Der Abend endete mit einem 45 minütigen Auslaufen und einer Animation brasilianischer Tänzer/innen im Hotel.

Am Dienstag wurde es zum ersten Mal ernst, die Fahrt zum Kloster Lluc stand auf dem Programm, 120 km. Das Wetter immer noch unverändert kalt und etwas weniger windig. Bis zum Fuß des Berges fuhren wir geführt, die 15 km bergauf mit knapp 700 HM wurden frei gegeben, dementsprechend haben wir uns gegenseitig hoch gejagt. Wieder schraubten wir uns über Serpentinen den Berg hinauf. Leider war dieser Berg stark befahren und einige waghalsige Überholmanöver ließen uns das Blut in den Adern stocken. Es kam, was kommen musste, auf einem geraden Stück versuchte ein untermotorisierter Kleinwagen 2 Wagen zu überholen. Die junge Frau, die mit ihrem Rad den Berg hinunter raste hatte keine Chance, mit voller Wucht wurde sie vom Wagen erfasst. Sie wurde nur 21 Jahre alt. Bilder, die ich nie mehr vergessen werde. Sie war in diesem Jahr bereits der 33 Verkehrstote auf der Insel, ein Amerikaner starb am gleichen Tag ebenfalls bei einem tragischen Radunfall.

Die Stimmung auf dem Rückweg war entsprechend gedrückt, die Gedanken überall zerstreut….........

 

Der Mittwoch war Ruhetag, wir fuhren mit dem Bus nach Palma, tingelten durch den Yachthafen und bestaunten die Boote und Häuser.

Der legendäre Küsten-Klassiker stand für Donnerstag auf dem Programm, knappe 150 km über 2.500 HM über die Küstenstrassen Mallorcas. Mit dem Bus fuhren wir von Alcudia nach Andratx, wo die Tour startete. Über Valldemossa, den Coll de Soller, Kloster Lluc ging es zurück zum Hotel. Das Wetter weiter kühl, dafür war der Wind abgeflaut.  Das diesige Wetter versperrte uns den Blick auf das offene Meer, doch die Kulisse war sehr beeindruckend.

Am letzten offiziellen Tag unseres Radurlaubs haben wir es mit einer 105 km Tour nach Santa Maria ausklingen lassen. Anschließend noch ein entspannter Lauf am Strand und wieder die aktive Erholung in der Sauna.

Der Abreisetag begann bereits mit Sonne, das war klar. Nach ein paar Bahnen im Bad machten wir uns ohne Führer in Richtung Binisalem, der Ort der auf den abendlichen Weinflaschen stand.

Unser Plan ging auf, um die Mittagszeit standen wir mit einem Rucksack voller Wein, ein paar Stangen Weißbrot, spanischer Wurst und Käse auf dem Kirchplatz in Binisalem, wo wir uns über die Sonnenstrahlen freuten und nach der Flasche abgefüllten Wein mindesten genauso strahlten.

  

Die Rückfahrt war heiß, die 40 km legten wir mit einem Schnitt von weit über 30 km/h zurück, ständiges Abwechseln des Führungsmannes unserer 3er Gruppe machte dies möglich.

Im Hotel angelangt, war der Alkohol verflogen und nach der Sauna wagten wir sogar einen Gang ins Meer, dass war die letzte Tat ehe wir schon in den Bus stiegen und die Rückfahrt antraten.

Als Fazit muss ich sagen, dass  war ein sehr schöner Urlaub mit tollem Trainingseffekt. Die Touren mit jeweils 18 Fahren waren gut um Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

Unser Führer war sehr fit und umgänglich.

Die Pläne für 2005 sind schon geschmiedet und dann mit Sicherheit über 2 Wochen und mit ein wenig Glück auch mit Sonne…..