8. Spessart-Bike-Marathon Frammersbach

Mountainbike

     16. Mai 2004     

 Rennbericht von Klaus Roth:           

Veranstaltungsart

MTB-Marathon

Distanz

60 km

Startzeit

08:30 Uhr

Wetter

Sonnig

Temperatur

14 °C

Startnummer

1202

Platzierung [AK]

122.

Platzierung [ges]

150.

Teilnehmer [ges]

1200

Zeit

03:01:55

 

 

Endlich ist es soweit, für mich steht der erste MTB-Marathon der Saison vor der Tür. Die langen Pflichtläufe zur Marathonvorbereitungen sind mittlerweile auch schon fast vergessen, jetzt heisst es: Spass, Dreck, Sprünge, Staub und knifflige Aufstiege sowie harte Single-Trails !!!

Sieht man von der einwöchigen Mallorca-Vorbereitung auf dem Rennrad ab, so war das Training auf dem Rad stark durch das Laufen in den Hintergrund gedrängt worden.

Der Versuch mich in der letzten Woche noch an den rutschigen Untergrund im Wald zu gewöhnen und wieder etwas Gefühl für das Gelände zu bekommen, kam spät aber immerhin. 3 knallharte Ausfahrten im Solinger Wald, die ich auf dem Trainingsrad ohne Federung absolvierte, sollten genügen. Dazu kam ein aufgeweichter Boden, fast ohne Halt, der mich mehrmals spektakulär vom Rad zwang.

Thomas und Michael entschieden sich ebenfalls beim 8. Spessart Bike an den Start zu gehen, eine tolle Sache. Das Trainingslager am Gardasee versprach ja beste Ausgangssituation für die beiden. Die Anreise in einem Auto war lustig-nervös, die Spannung lag förmlich in der Luft.

Als wir am Start ankamen, schien in Frammersbach die Sonne, das Wetter optimal. Leider kamen wir etwas zu spät und mussten uns relativ weit hinten im Startblock einsortieren, was beim ersten Aufstieg zu einigen Behinderungen führte. Dennoch lief alles bestens, bis auf meine Schaltung, die mir etliche Flucher entlockte.

Meine Strategie sah vor auf den Abfahrten Zeit zu gewinnen und mit hoher Frequenz die Berge hinaufkurbeln. Schließlich wusste ich nicht, wie lange meine Beine durchhalten werden. Die Strategie ging auf, wobei ich mich am Grabig bei km 51 etwas übernommen habe, einzelne Muskelpartien krampften bereits im Oberschenkel. Ich hielt die Frequenz weiter hoch, machte die Flasche leer und bin ohne Probleme über die letzten 10 km gekommen.

Am Ende versuchte ich nochmals zu forcieren um vielleicht unter den 3 h zu bleiben, dabei ging ich die Bergabpassagen aufgrund der schwindenden Kräfte weniger risikovoll an. Die letzten 1,5 km vor dem Ziel ging es nochmals über Asphaltwege in Frammersbach, wo ich nochmals die Kuh fliegen ließ und fast einen Streckenposten in der Zieldurchfahrt umnietete. Leider reichte es dennoch nicht, mit knapp 2 min lag ich über de 3h-Grenze.

Froh darüber ohne Plattfuss und Sturz ins Ziel gekommen zu sein, machte ich mich über das reichhaltige Angebot im Zielbereich her und ließ mich zur Krönung noch von einer sehr netten hübschen Frau den Rücken massieren.

Insgesamt ist Frammersbach (wenn trocken) eine sehr schöne Veranstaltung, die mit ihrem Streckenprofil und den 1.600 HM einiges an Ausdauer abverlangt.

 

Rennbericht von Michael Roth:       

Nun hat sich der alte Mann entschieden im hohen Alter noch mit Marathonrennen anzufangen.

Die Vorzeichen standen alles andere als gut, denn eine Woche vor dem Start klemmte ich mir noch einen Nerv im Rücken ein und erhielt vom Arzt 2 Wochen Sportverbot. Doch was interessierte mich die Meinung meines Arztes ich wusste es wieder mal besser. Mit einer einzigen Trainingseinheit über 40 Km nahm ich den 60 Km Marathon zusammen mit meinen Brüder Klaus und Tom unter die Räder.

Von Anfang an lief es ganz gut und ich konnte mehr Biker überholen, als mich Biker überholten. Das motivierte mich zusätzlich und bis Km 30 lag ich gut im Rennen. Ich traf immer wieder auf Tom und wir legten einen großen Teil der Strecke gemeinsam zurück. Klaus war uns schon längst enteilt! Am Aufstieg zum Stausee verschluckte ich mich dann an einem Müsliriegel und musste die Gruppe mit der ich über einen längeren Zeitraum gefahren war ziehen lassen.

Nach der 2. Verpflegungsstation bekam ich plötzlich Krämpfe in den Waden, was mir bis dahin völlig unbekannt war!? Ich versuchte mit weniger Kraft in die Pedale zu treten, doch die Krämpfe kamen immer wieder. Eine Biker erkundigte sich nach meinem ergehen, ich berichtete von meinen plötzlich auftretenden Krämpfen. Daraufhin warf er mir seine Trinkflasche zu und sagte: "Trink, trink, soviel du kannst!!" und ich trank ! Tatsächlich bekam ich meine Krämpfe in den Griff. Bis zum "Grabig" war ich dann wieder einigermaßen im Lot. Nachdem mich diverse Menschen den "Grabig" hinaufbrüllten und ich für kurze Zeit Flügel bekam, begann dann das totale Leiden. Mein Rücken schmerzte, und ich konnte max. 10 Meter im Sitzen fahren, dann wieder 10 Meter im Stehen usw. Ich stand kurz vor den Aufgabe.

Die Quälerei nahm keine Ende. Am Streckenrand standen immer mehr Biker mit Krämpfen, schmerzverzerrtem Gesicht, oder schoben ihr Bike. Ich wollte diesen Marathon mit aller Gewalt beenden und überwand meinen Schweinehund. Bei der Abfahrt ins Ziel ließ ich es noch mal so richtig krachen. Voll mit Adrenalin stürzte ich mich wie im Rausch in den Zielabhang wobei mir ein Brückengeländer beinahe noch zum Verhängnis wurde.

Stolz meine Schmerzen und den Schweinehund besiegt zu haben überfuhr ich in Siegerpose die Ziellinie, bevor ich von erneuten Krämpfen geschüttelt in der Menge von Bikern verschwand. Mit einer Zeit von 3:58h beendete ich meinen ersten Marathon. Für das 24h Rennen in München werde ich dann Gesund und besser trainiert am Start stehen!

 

 

Rennbericht von Thomas Roth:

Tom, alle warten gespannt auf deinen Bericht????