12h Rennen-Kuelsheim
Thomas und KLaus Roth traten im zweier Team an
und belegten der 3.PLatz!

Rennbericht von Thomas Roth:
Nachdem ich mich jetzt wieder einigermaßen fortbewegen kann hab ich mir gedacht, ich schreib euch mal einen kleinen "Event-Bericht" über das 12-Stunden-Rennen am Samstag in Külsheim.
Ursprünglich dachte ich, dass Rennen wird nicht ganz so schlimm wie die 24 Stunden von München. Doch weit gefehlt. Es wurde schlimmer! Aber von vorne.
Am Freitag bin ich mit Thorsten die Strecke abgefahren. Natürlich nicht im Renntempo, was bei mir einen falschen Eindruck hinterließ. Und auch nicht mit meinem Rad. Klaus rief mich am Donnerstag an er braucht ein Fahrrad da sein Bike einen Defekt hatte. Nach einem Telefonat mit der Firma Esser stellte uns Herr Esser sein Privat-Bike zur Verfügung.
Die Strecke war schön zu fahren. Drei etwas größere Anstiege, ein langer aber einigermaßen gut fahrbarer Singletrail. Nach den Anstiegen ein bisschen Erholung durch Abfahrten oder ebene Stücke. Eine knifflige Stelle war eine Abfahrt im Wald. Durch den Regen war das Teilstück sehr matschig und schwierig zu fahren.
Am Samstag sind wir dann gegen 7:30 Uhr in Külsheim angerollt. Nach dem ganzen organisatorischen Kram wie Startnummern, Platz im Fahrerlager, etc. Begaben wir uns dann gegen 8:40 Uhr zur Fahrerbesprechung. Und fünf Minuten vor neun stand ich dann aufgeregt inmitten der ca. 50 Starter. Wir hatten uns darauf geeinigt es mit zwei Runden zu versuchen.
Beim Start wurde gleich ordentlich Tempo vorgelegt. Nach der Ausfahrt aus dem Sportgelände ging es auf einem kurzem Schotterstück und dann auf Asphalt in Richtung Truppenübungsplatz. Der erste Anstieg wartete auf uns - ein breiter Schotterweg. Nach knapp der Hälfte verspürte ich einen Schlag an meinem Hinterrad. Ich dachte erst es wäre ein Stein gewesen aber da ich nicht schnell unterwegs war musste es etwas anderes gewesen sein. Ich versuchte während der Fahrt das Heck zu inspizieren. Außer einem gewaltigen Achter konnte ich nichts feststellen. Und stehen bleiben wollte ich nicht. Also begab ich mich auf den langen und enge Singletrail am Übungsplatz entlang. Der Weg war sehr eng, stellenweise ging es einfach durch den Wald. Kein Weg. Viele Äste schlugen ins Gesicht. Nach dem Singletrail ging es dann auf normalen Waldwegen bergab zu der schwierigen Matsch-Passage. Ich versuchte mir ein trockenes Stück auszusuchen und heil den Berg runter zu kommen. Es ist mir auch gelungen aber viel hätte zu einem Sturz nicht gefehlt. Danach ging es auf schnellen Wegen und einem Stück Grasweg zum zweiten und meiner Meinung nach schwierigsten Anstieg. Nach dem Anstieg erwartete uns eine lange und schnelle Abfahrt die mir fast zum Verhängniß wurde. Einen 90Grad-Abzweig nahm ich zu schnell in Angriff und mir rutschte das Hinterrad auf dem feuchten Untergrund weg. Glücklicherweise konnte ich alles wieder unter Kontrolle bringen und gab wieder Gas.
Am Ende der Abfahrt kam der nächste Berg. Dieser war jedoch nicht sehr lange und auch nicht so schlimm. Weiter auf Schotterwegen ging es dann bis zu einem Abzweig auf einen weiteren Singletrail. Dieser ging bergab aus dem Wald und endete auf einem Wiesenweg welcher am Wald entlang führte. Bis zur letzten Abfahrt in Richtung Sportgelände. Die Abfahrt auf dem schlechten Schotter-/Wiesenweg war nicht ungefährlich. Aber man sollte ja keine Zeit verlieren. Dann noch ein paar kleinere Ecken bis man nach einem kurzen Sprung wieder auf der Aschenbahn im Sportgelände landete. Eine Überfahrt über die Zählrampe beendete die Runde und ich suchte die Wechselzone auf. Klaus machte sich auf seine erste Runde und ich untersuchte mein Rad genauer. Leider musste ich feststellen, dass mir am ersten Anstieg eine Speiche gerissen war. Ich lief sofort zum Mechaniker der mir mitteilte, dass sie keine Speichen dabei haben. Nach einigem hin und her verkaufte er mir dann ein komplettes Laufrad. Was hätte ich sonst machen sollen? Aufgeben? NEIN! Das Ersatzfahrrad von Udo Dorant (Einzelstarter) nehmen? NEIN DANKE!
Klaus fuhr dann seinen ersten Turn mit zwei Runden, dann ich und dann wieder er. Bei meinem dritten Durchgang machte mir der 9km lange Rundkurs schon zu schaffen. Klaus merkte es, und fuhr bei seinem nächsten Durchgang sage und schreibe 4 Runden. Und jede Runde noch 5 Minuten schneller als ich!!! Dank der somit etwas längeren Pause für mich ging ich wieder erholter an den Start. Am ersten Anstieg dachte ich schon das schaff ich nie. Aber nach der ersten Runde lief es dann und ich wagte mich auch mal an einen Durchgang mit drei Runden. Klaus fuhr dann auch noch mal drei und danach machten wir mit zwei Runden weiter.
Die Strecke veränderte sich mit jeder Runde. Feuchte Stellen wurden immer matschiger. An der gefährlichen Abfahrt bildete sich langsam ein "Umgehungs-Pfad". Das war auch gut so, denn anders wäre man da nicht mehr ohne weiteres runter gekommen. Oft entging ich nur knapp einem Sturz.
In den Runden um die Mittagszeit bekam ich immer wieder Anzeichen von Krämpfen. In jeder Pause, die mit einer knappen Stunde sehr kurz waren, tankte ich ISO-Getränke und Magnesium. Ich konnte das Zeug schon nicht mehr sehen. Aber ohne ging es halt auch nicht.
Gegen halb acht begab ich mich auf meine letzten zwei Runden. Ab 20:30 Uhr wurde die Ausfahrt aus dem Sportgelände dicht gemacht. Somit fuhr keiner eine Runde umsonst. Ärgerlich für die die zwei Sekunden zu spät dran waren. Klaus musste also vor halb neun für eine letzte schnelle Runde raus. Bei Rundengleichheit war die letzte gefahrene Runde entscheidend. Und da Klaus deutlich schneller war als ich sollte er das übernehmen.
Also musste ich noch mal alles geben um rechtzeitig die zweite Runde zu beenden. Schon in der ersten hatte ich Zweifel ob ich die zweite überhaupt schaffe. Jetzt kamen die Krämpfe. Aber ich kämpfte mich durch. Gut fünf Minuten vor halb neun schickte ich Klaus auf die letzte Runde. Ich war völlig am Ende. Ich hatte Krämpfe ohne Ende. Lag auf dem Boden und wusste nicht was ich wohin strecken soll. Klaus fuhr noch mal eine letzte sauschnelle (ca. 23 Min.) Runde. Die Quälerei war zu Ende.
Und mit einem vorläufigen 5.PLatz von 16 gestarteten 2er-TEams konnten wir auch zufrieden sein. Am Ende mussten wir feststellen, dass uns eine Runde zu wenig gewertet wurde. Durch das aufziehende Unwetter kurz nach Ende geriet bei den Organisatoren einiges durcheinander. Mehrere Stromausfälle und PC-Abstürze bereiteten Probleme. Der Veranstalter wird im Laufe der Woche die Ergebnisse überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Wir nahmen bei der Siegerehrung noch unseren Präsentkorb entgegen und machten uns ganz schnell auf den Weg nach Hause. Denn dann kam der große Regen!!!
Trotz der Quälerei muss ich sagen, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung war. Die Organisation war wesentlich besser als in München. Schon die Regelung mit dem Zielschluss fand ich gut. Ab halb neun war die Strecke dicht und wer nach 21 Uhr kam hatte Pech. Ohne Ausnahme. Nicht so ein Durcheinander wie in München.
Aber das ganze im vierer Team zu fahren ist halt doch einfacher. Es ist ein großer Unterschied ob Du drei Stunden oder nur eine Stunde zum ausruhen hast. Und nach jeder Runde muss man bereit stehen falls beim anderen was am Rad ist oder er einen Sturz hatte. Da ist nicht viel drin mit erholen.
ABER WIR HABEN ES GESCHAFFT !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und meine Beine kann ich auch wieder bewegen. Hab zwar noch ein paar Nachwirkungen der Krämpfe und möchte die nächsten Tage kein Fahrrad fahren, aber sonst......
Klaus und Thomas Roth belegten beim 12 Stunden-Rennen
in Külsheim den 3. Platz bei den 2er Teams !!!