Erlebnisbericht
Trainingscamp in Istrien / Kroatien bei 3T Active
25.03. bis 02.04.2006
Kurzbeschreibung
Nach einem Rennrad-Camp 2004 in Allcudia / Mallorca habe ich mich 2006 wieder für ein Rad-Camp entschieden. Die Wahl fiel mit der Halbinsel Istrien auf den westlichen Teil Kroatiens.
Nachdem ich erst zwei Tage zuvor noch am nördlichen Polarkreis verbrachte, auf rutschigem Untergrund notdürftige Laufeinheiten und mich in stickigen Räumen auf dem Ergometer quälte, freute ich mich besonders auf ein freundliches Klima, welches den Sport an der frischen Luft ermöglichte.
Abschalten hieß die Devise, Abstand vom Alltag und einen soliden Grundstein legen für die Saison 2006.
So kam es ganz gelegen, dass zeitgleich mit mir der SFF Bonn Triathlon mit einer 20 Mann starken Gruppe zum Training anreiste. Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch, Small Talkes und Tipps für Training und Wettkampf kamen da nicht zu kurz. Die fast 2-stündige Busfahrt vom Flughafen Rijeka (Krk) nach Porec war etwas nervig, doch so lernten wir schon mal die Landschaft kennen und konnten uns mit der Umgebung und den Bedingungen der nächsten Tagen vertraut machen. Bereits am Anreisetag verabredeten wir noch eine kurze Einstellfahrt und legten so die ersten 30 km in der näheren Umgebung der schönen Stadt Porec zurück.
Am Abend die obligatorische Begrüßung mit Vorstellung der Guides und das Aushändigen des notwendigen Kartenmaterials.
Die Geschwister und Ironmanteilnehmer Barbara und Stefan Tesar und der Radkurier Martin begleiteten die 3 Gruppen unterschiedlicher Leistungsstufen in den nächsten Tagen auf den verschiedenen Touren.
Tag 1 / 26.03.2006:
Der erste Tag startete für mich mit einer Schwimmeinheit im 20m Becken des Wellnessbereichs, danach ging es hungrig zum Frühstück.
Um 10.30 Uhr starteten wir alle zusammen vom Wellness Hotel Diamant**** auf unsere Tour. Geplant waren gut 30 km zusammen, ehe sich am Berg nach der Ruine Dvigrad bei einem Bergzeitfahren die Leistungsstufen und damit die Gruppenbildung herausstellen sollte. Oben angelangt teilten wir die Mannschaft und fuhren bei schönem Wetter und 15° C weiter nach Rovinji, wo wir die Kaffeepause einlegten.
Dort machten wir kehrt und durchkreuzten bei sonnigem Wetter den Lim Fjord, der sich in West-Ost-Richtung weit durch Istrien zieht. Der Weg zurück nach Porec durch die sanfte Hügellandschaft war schnell (95 km, 975 HM).
Den Tag rundete ein kleiner Lauf über den Küstenweg nach Porec ab.
Tag 2 / 27.03.2006:
Wieder begann ich den 2 Tag mit
einer kleinen Schwimmrunde bevor wir zur gewohnten Zeit mit dem Rennrad zum
Künstlerdorf Groznjan aufbrachen. Mit der 10 Mann starken Truppe ging es durch
das hügelige Hinterland von Istrien. Auf der Tour in den Nord-Westen Istriens
hatten wir wenig Sonne doch das Wetter war mit 15° C mild und trocken. Im urigen
Künstlerdorf, das noch sehr verschlafen wirkte, da es noch keine Touristen gab,
tranken wir unseren Cappuccino und genossen die Aussicht hinab ins Tal. Neben
dem Highlight des Künstlerdorfs gab es auch ein Bergzeitfahren über 5km und 350
HM hinauf zum Radlerberg, der uns mit schöner Aussicht auf das Mirna-Tal und das
weite Land belohnte
(110 km, 1285 HM).
Tag 3 / 28.03.2006:
Wieder machte sich die gutgelaunte Truppe auf zur Erkundungstour Istriens. Auf dem Programm stand eine schöne Route durch den mittleren Norden der Halbinsel. Als Schmankerl hatten sich Stefan Tesar, der stets die Gruppe 1 anführte, die Höhenstrasse ausgesucht. Nach einigen Kilometern sanften Anstiegs hatten wir das Niveau der Strasse erreicht, wo auch schon der Giro’d Italia stattgefunden hatte. Die Strasse, die wir in Gegenrichtung des Radrennens befuhren, lud zu einem schönen Panoramablick ein. Das gute Wetter und das leichte Gefälle der kurvigen Strasse machte uns allen gute Laune. Von weitem war ein großer Süßwassersee zu sehen, der Istriens einziger Trinkwasserspeicher darstellt. Der kalkreiche Boden führt das Regenwasser in zahlreichen Bachläufen diesem See zu. Am Ende der Höhenstrasse ging es in einer rasanten Abfahrt hinab ins Mirnatal, von dort schraubten wir uns noch gute 260 HM bis zu kleinen mittelalterlichen Bergstadt Motovun hinauf. Dort tranken wir einen Cappuccino ehe wir uns an die Heimfahrt mit weiteren 30 km und nur wenigen Steigungen machten.
Der Tag war wieder sonnig mit 16° C und am Ende fuhren wir 125 km mit 1665 HM.
Bergstadt Motovun im Hintergrund und Panoramablick mit den Kehren des Radlerberges
Tag 4 / 29.03.2006:
Am Ruhetag hieß es lange Schlafen und ausgiebig frühstücken.
Erst gegen Mittag machte ich einen 10 km-Lauf und ein Schwimmtraining mit 2000 m.
Danach entspannte ich mich im Wellnessbereich in der Sauna und im Whirlpool.
Nach dem Abendessen hatte ich das Angebot einer Massage angenommen und ließ den Tag ruhig ausklingen.
Tag 5 / 30.03.2006:
Nach dem Ruhetag waren wir wieder alle bei Kräften und ließen sie an diesem Tag auch gehörig spielen.
Die Tour führte uns zum Kap Kamenjak, wo wir kehrt machten und zurück in die Hafenstadt Pula fuhren. Dort machten wir auf einem netten Platz Pause und tranken unseren Kaffee. Auf der Rückfahrt mussten wir einen Teil durch den dichten Verkehr von Pula zurücklegen, wurden aber mit dem Anblick des schönen Mausoleums in Pula wieder entschädigt. Auf dem Rückweg durchquerten wir wieder den Lim Fjord ehe wir die Stadtgrenze von Porec erreichten. An diesem Tag waren wir sehr schnell unterwegs, so benötigten wir für die 140 km nur 4,5 h, was einen Schnitt von über 30 km/h bedeutete.
Das Wetter zeigte sich wieder von der schönen Seite und nur ein paar wenige Wolken waren am Himmel bei 14-15 °C. Den Tag rundete ich mit einem 8 km Lauf mit schönem Meerblick ab (140 km, 1175 HM).
Tag 6 / 31.03.2006:
Für den Bonner Triathlon und die Guides war es die letzte Tour in dieser Trainingswoche. Auf dem Programm stand die 180 km lange Königsetappe. Da es noch früh im Jahr war, riet Stefan vom Ucka, der höchsten Erhebung Istriens ab. Und tatsächlich konnten wir noch Schnee am Gipfel erkennen als wir am Fuße des Berges vorbeikamen. Die Tour war sehr schön. Die Strecke verlief auf kleinen Strassen mit engen Kurven mit dem typisch welligen Verlauf. An der Stadt Hum, welches die kleinste Stadt der Welt ist sind wir nur vorbeigefahren. Es gibt dort wohl nur 24 Einwohner und der Bahnhof, der dem Dorf zum Stadtstatus verhalf ist gute 10 km davon entfernt. Auf der Königsetappe hatten wir mit viel Wind zu kämpfen, es war im Vergleich zum Vortag ziemlich kühl und ich musste mir sogar noch ein paar geliehene Beinlinge über die lange Radhose ziehen, damit ich wenigstens ein bisschen warm wurde. Die Sonne zeigte sich an diesem Tag kaum und teilweise war die Strasse feucht und sehr rutschig. Die improvisierte Runde enthielt nach Absprache mit dem Guide auf vielfachen Wunsch noch mal die Höhenstrasse, die dieses Mal in der gleichen Richtung wie vom Giro ´d Italia befahren wurde. Es war beschwerlich, denn in dieser Richtung ging es nicht so schön bergab und man wurde auch nicht an dem schönen Panorama vorbeigespült, vielmehr hieß es einige Höhenmeter zu bewältigen. Dennoch war es eine sehr schöne Tour und wir konnten viele verschiedene Facetten und Ecken von Istrien erkunden bevor wieder erschöpft in Porec einliefen.
(180 km, 2175 HM).
Tag 7 / 01.04.2006:
Den Verlängerungstag musste ich ohne professionelle Führung überbrücken. Ich griff auf die Tour 2 zurück und machte mich auf zum Künstlerdorf Groznjan. Im Gepäck hatte ich die Kamera um wenigstens ein paar Eindrücke des Landes mit nach Hause zu bringen. Bei sonnigem Wetter erklomm ich den Radlerberg mit seinen 350 HM und schoss bei sonnigem Wetter einige Panoramabilder vom Gipfel. Die Runde über Bujet, Novigrad führte mich zurück ins Hotel nach Porec. Generell war die Strecke gut zu finden, wenngleich ich ein paar „Änderungen“ in den Streckenverlauf eingebaut habe. Es war ein schönes Ausklingen des Trainingslagers mit 3T in Istrien.
(90 km, 1150 HM).