Der Jakobsweg

ES GIBT MENSCHEN DIE LEGEN WERT AUF PERSÖNLICHE ERFAHRUNG,

HABEN LUST AUF ENTDECKUNG UND FREUEN SICH,

NEUE BEKANNTSCHAFTEN ZU MACHEN!

 

 

Jakobsweg/Camino de santiago

ca. 780 KM, 10000 HM

Im Juni 2003 habe ich mit meinen beiden Brüdern und meinen Eltern den Jakobsweg ab Pamplona auf der französischen Route ("den echten Camino") mit dem Mountainbike befahren.

Hier ein paar Auszüge der Tour:

 

 

 

Mein Respekt gilt

- den tausenden von Fußpilgern die teilweise bei über 40 Grad ohne Schatten den Camino gegangen sind.

- den vielen alleine laufenden Frauen und Männer, die Strecken von 1500 KM und mehr zurücklegten.

- den leidenden, verletzen, verbrannten die sich nicht entmutigen ließen

- einfach jedem der diesen Weg zu Fuß geht

Ich kann mich nur einem Mountenbiker anschließen der nach der Tour sagte:

"Ich schäme mich für mein High Tech Bike und meine kleinen Blessuren am Körper !"

 

31.05.  06.30 Aufstehen. Heute geht es endlich los ! Tom und ich fahren bei Sonnenaufgang ins Dorf um Brot zu kaufen. Wunderschöner Sonnenaufgang und super Bäcker ( wie bei uns vor 40 Jahren ).Nach dem Frühstück machen wir und zu Dritt auf zum Camino. Klaus und Dad suchen einen "Shop" um das Bike von Klaus reparieren zu lassen. Das Bikerherz schlägt höher als wir endlich den Camino befahren. Ein Single-Trial schlängelt sich einen langer Berg hoch. Wir haben eine Wasserdurchfahrt und werden von einer flüchtenden Schlange begrüßt. Weitläufige Kornfelder und viele kleine Dörfchen mit engen Gassen durchfahren wir. Wir sind alleine mit dem Rad, begegnen aber vielen "Fusspilgerern" die meisst freundlich gestimmt sind. Beim Treffpunkt verfehlen wir uns und beschließen ab sofort das Wohnmobil immer mit 2 Personen zu besetzen. Sehr schöne Landschaften und nette Pilgerer bleiben uns von diesem Tag in Erinnerung. Natürlich die Hitze bis 40 Grad nicht zu vergessen.

      

01.06.  06 Uhr Aufstehen. Wir machen uns auf den Weg. Eine anspruchsvolle Route wird uns an diesem Tag erwarten. Viele Single-Trials teilw. sehr schwierig, Downhills und einige Wasserdurchfahrten. Leider mußten wir auch die Stadt " Logrono" durchfahren ( danach beschließen wir, alle Städte mit dem Womobi zu umfahren ). Wir kamen zu einem großen Stausee mitten durch ein spanisches Volksfest. Viele Flamenco Tänzerinnen, geschmückte Wagen und Reiter bekamen wir zu sehen. Trotz Magenproblemen stieß Tom am Nachmittag zu uns. Es wurde immer dunkler rechts und links von uns. Doch der Pilgerweg blieb vorerst trocken. Ein lauter Donner ohne Vorankündigung warf mich fast vom Bike. Kurze Zeit später begann es dann zu regnen. Es wurde kühl und sehr nass. In Najera stießen wir wieder zu unserem Womobi. Wir hatten einen Campingplatz direkt am Fluss. Es kam dann ein heftiges Gewitter und wir konnten unseren Wohncontainer längere Zeit nicht verlassen. Am Abend war dann noch Zeit für einen Stadtbummel. Viele Störche gab es hier und man hörte überall das klappern ihrer Schnäbel.

  

                     

...dann geht es weiter nach Murios, von dort beginnen wir die Tour über den "Rabanal" (1526 Meter hoch). Tom fährt das Begleitfahrzeug. Schon früh fängt es an zu regnen. Je höher wir uns schrauben desto kälter und nebliger wird es. Ab 1300 Meter haben wir noch eine Sicht von ca. 30 Metern (schade um die schöne Aussicht). Wir erleben einen Temperatursturz von über 30 Grad auf nur noch 10 Grad. Die Fahrt wird zu einer Plagerei. Am Gipfel der berühmte Steinhaufen. Wir legen unsere mitgebrachten Steine ab und machen ein paar "Nebelbilder". Mum und Dad steigen aus. Total nass und unterkühlt ziehen Klaus und ich mich um. Wir bereiten uns auf die MEGA`-ABFAHRT vor. Am Gipfel wohnt von März bis September ein seltsamer Engländer. Er versorgt die ankommenden Pilgerer mit heißem Tee und anderen Köstlichkeiten.

Die Abfahrt wird ein Höllentrip. Bei strömendem Regen stürzen wir die ca. 20 Km lange Abfahrt hinunter. Unheimlich gefährlich aber total geil. Wir fahren vorbei an einer Aussteigersiedlung, Pferden und Kühen. Die Sicht beträgt teilweise keine 20 Meter mehr. Wir passieren auch einen Gedenkstein eines tötlich verunglückten deutschen Radfahrers ! Irgendwann laufen wir auf den verrückten Engländer mit seinem weihrauchgeschwängerten Womobi auf. In "Molin Aseca" warten wir auf unser Begleitfahrzeug ( diesmal waren wir schneller ! ). Wir bedauern uns noch ein wenig und dann verschwinden wir total steifgefroren im Womobi. Wir fahren zum nächsten Campingplatz wo erst mal ordentlich gevespert und ein Flascher´l Wein getrunken wird. Wir bekommen noch ein paar Kirschen geschenkt und am Himmel wird es wieder hell und alles ist gut !

         

                  

Wir fahren auf einer Landstraße ca. 10 Km bis zum Camino nach Villafranca. Mitten in der Stadt zeigt der gelbe Pfeil steil nach oben auf einen Weg. Wir entscheiden uns für diesen Weg obwohl sogar die Pilgerer sich hier für die Hauptstraße entscheiden. Wir steigen innerhalb von wenigen Kilometern von 400 auf 900 Meter auf. Meisst mit dem Kinn auf dem Lenker um nicht nach hinten zu kippen ! Wir fahren auf einem wunderschönen Kamm entlang ( wer hier die Hauptstraße nimmt verpasst so einiges, spart aber viel Kraft für die anstehende Passüberquerung !). Nach einer schwierigen Abfahrt steht uns nun der Paß "Cebreiro" mit einer Höhe von 1300 Metern bevor. Ca. 15 Kilometer haben wir bis zum Gipfel zurückzulegen. Bei 1000 Metern besuchen wir einen Markt in einem kleinen Bergdorf, dort essen wir Tintenfisch aus einem Kupferkessel und trinken eine Flasche Wein ( Während des Aufstiegs hauen wir uns eine Flasche Wein in den Kopf und essen undefinierbares Zeug !!! ).

Nach dem Gipfel haben wir eine 9 Km lange Abfahrt zu unserem Etappenziel "Tria Castilla". Zum ersten Mal ohne Campingplatz. Wir übernachten auf dem Dorfplatz direkt neben einer Traktorwerkstatt von der wir auch Strom bekommen. Wir duschen aus Wasserkanistern, laufen eine Dorfrunde und essen Eis. Wir haben Besuch von mehreren Hunden und sind Dorfgespräch.....................